Reise 1 - Oktober / November 2014


Es begann im Februar 2014 mit der spontanen Buchungen von unseren Flügen. Die letzte September und die ersten beiden Oktoberwochen sollten es sein.

 

Wir hatten Kontakt zu einer Deutschen gefunden die schon sehr lange in Namibien lebt und verschieden Touren organisiert und bei Buchungen von Hotels, Lodges und Touren, Flugzeugcharter und Validation hilfreich zur Seite stehen wollte.

 

Also es war nach einigen Wochen alles gebucht inkl. einer flotten 182-iger. Nur mit der Validation zog es sich dahin und es gab keine verbindlichen Aussagen. Ich wurde zwischen Flugschulen, Deutscher, Vermieter hin und her vermittelt.

 

Kernaussage war: "Kommen Sie einmal nach WIndhoek und dann sehen wir weiter, aber rechnen Sie 3-4 Tage für die Validation.

Ok, wir sind abenteuerlustig und flexibel, also dann mal 1. Stop in Windhoek - ich liebe Überraschungen. Wir freuen uns - "alles geklärt aber doch nicht ganz"

 

Doch es kam ganz anders als geplant!

 

Am Samstag sollten wir zu unserem Abenteuer abreisen, am Dienstag kam die Nachricht - nach einer harten Landung sei die flotte 182iger gegroundet.

Binnen 4 Tagen ein Flugzeug organisieren? In Afrika? In Namibia? In Südafrika? UNMÖGLICH! Genau!

Also neues Flugzeug suchen, alles umbuchen, umorganisieren, Stress pur! Wir dachten schon daran das Namibiaprojekt fallen zu lassen, die Gedanken hielten aber nur sehr kurz.

 

Nach unzähligen e-Mails, Telefonaten, unflätigen Ausrufen war die neue Reise mit einer Verschiebung von 3 Wochen neu organisiert. Neue Airline, neuer Vermieter, neue Flugschule, gleiche Route.

 

Nicht Windhoek war unsere Destination sondern nun Walvis Bay, da wir alles (Flugzeug, Validation) nun von Swakopmund aus geplant haben. Alle Termine fixiert und bestätigt. Jetzt geht`s allso los!


Flug mit Emirates über Dubai - Johannesburg und mit South African Express nach Walvis Bay. Mit dem Taxi nach Swakopmund - Lodge überbucht - so durften wir das private Strandappartment des Besitzers benutzen. 7 Zimmer, 3 Bäder, Terrasse am Meer. So lässt es sich leben. Mein erstes Windhoek Draft.

Am Montag wie abgemacht zum Vermieter und in die Flugschule. Sehr nette Begrüssung mit  Erstaunen verbunden "You are realy here".

Alles ok! Flugzeug ok! Fluglehrer unter "namibischen Stress"!

Wetter, Nebel, zu heiss ... vielleicht morgen ... na ja kein Problem ich musste noch den Test "Namibisches Flugrecht" und die Voice-Prüfung machen. Zum Glück hatten wir eine ganze Woche für die Akklimation und die Validation eingeplant - aber es sollte trotzdem extrem knapp werden.


Mietauto, schönes Appartement, Ausflüge in der Umgebung die Zeit verging wie im Flug, nur ich kam nicht zum fliegen. Der Fluglehrer unter "Dauerstress".

 

Namibische Flugrecht bestanden!

Voice-Prüfung am Tower Walvis Bay bestanden!

 

Endlich am Freitag vormittags hatte ich meinen Skill-Test mit V5-OEW ... eine uralte 172iger ... hoffentlich ist nicht diese Krücke unser Reiseflugzeug!

Skilltest bestanden ... nun Paperwork ... alle Papiere fertig und jetzt geht's los! Unser Flugzeug war nun V5-MPL eine sehr gepflegte 172iger ... allerdings fehlten ein paar Schrauben an der Motraumverkleidung, das wurde aber rasch repariert und jetzt geht's los! Nicht wirklich!


Alle Papiere müssen nun per Post nach Windhoek zur DCA (namibisches BAZL) und in ca. 1 Woche bis 10 Tagen ist dann die Validation hier, erst DANN geht's los.

 

Frust, Stress, Blutdruck steigt!

 

Plan B (B = Besser) tritt in Kraft, wir fahren am Sonntag nach Windhoek, Montag am Morgen gehen wir zur DCA und holen uns die Validation, wir haben ja alle Papiere. Also los geht's mal mit dem Auto 350km nach Windhoek.

 

Am Montag morgen zur DCA - nur keiner weiss wo die ist - ist vor einigen Wochen an einem neuen Ort übersiedelt - ohne Adresse ohne Spuren. 

Nach einigen Telefonaten sind wir bei der DCA-Licensing und eine sehr nette Dame (Chrissy) lotst uns zu den neuen Räumlichkeiten. Alle Papiere sind ok, es fehlt nur noch die Bestätigung vom BAZL, worauf die DAC seit ca, 3 Monaten wartet. Also BAZL anrufen ... 11.30h = Mittagspause = warten ... 14.00h ... BAZL erreicht ... wir versuchen das sofort zu erledigen, aber im Normallfall geht alles in der Reiehenfolge des Eintreffens der Anfragen.

Es funktioniert trotzdem! Wir sind um 16.00h bei der DCA und  ich habe endlich meine Validation in den Fingern. Wir lernen den Chef der Licensing (Alwyn Biermann) kennen und nun nur noch 350km zurück nach Swakopmund, noch 1x schlafen, jetzt geht's wirklich los! Zur Freude ein Windhoek Draft.


Während dieser Zitter-Woche kam dafür das Touristische nicht zu kurz.

  • Cap Cross - Robbencolony
  • Mondlandschaft
  • Walvis Bay - Flamingos, Pelikane
  • Salzmine
  • Spitzkoppe
  • Tiger Reef Bar - Jetty (Apéros, etc.)
  • Einige Windhoek Draft mussten daran glauben
"Geburtstagsessen "

Beim Öffnen des Champagners mussten wir assisitieren, der Korkenzieher wollte sich einfach nicht durch das Metallplättchen in den Korken bohren lassen.


Mit V5-MPL (alle Schrauben dran) fliegen wir nach Sossouvlei, wir können es nicht glauben, aber wir fliegen wirklich.

Nach einem wunderbaren Flug über Schiffwracks, Mondlandschaften und rote Dünen überflogen wir das Death Valley und landeten am Airstrip der Sossousvlei Lodge

(NA-0060 Gravel 1200m) Transfer zur Hodia Dessert Lodge ... jetzt sind wir in den Ferien angekommen. Herrliche Lodge, Natur, Bar mit Swingmusik.

 

Schon am nächsten Tag fliegen wir weiter nach Lüderitz, seit einer Woche ein kontrollierter Flugplatz, aber niemand weiss genau wie es geht.

 

UND es fehlen wieder die Schrauben!!! Aber es gibt ...


Klebeband - Schrauben wo es sie nicht braucht raus - und damit in den wichtigen Positionen einsetzen. Es hält bis Lüderitz.

 

Hotel Nest in Lüderitz bezogen, am Programm steht:

  • Kolmanskope (versandete Diamantenstadt)
  • Worldchampionship im Speed-Kit-Surfen
  • Spaziergänge - Seaside Center
  • Stadtrundfahrt
  • Apéro mit Austern und Blick auf die Dünen
  • Wunderbare Stadt
  • Windhoek Draft und Amarula

UND es fehlen wieder die Schrauben!

 

Eigentlich wollten wir direkt nach Palmwag, machen nun aber nun einen Zwischenstop in Swakopmund zum Schrauben organisieren und zum Tanken.


Wunderbarer Flug über die Dünen, den Swakop entlang nach Swakopmund und direkt zum Unterhaltsbetrieb.

 

Eigentlich sollten es Bajonette-Stifte sein, aber Schrauben halten auch - wir haben gesehen wie die halten.

Also jetzt Verkleidung abnehmen alle "Schrauben" ersetzen, tanken und weiter geht es nach Palmwag. Zusätzlich mit einer Hand voll mit Bajonette-Stiften.

 

Flug nach Palmwag, am Brandberg vorbei, übers Damaraland in die nördlichen Gebirge Namibias.

Es war einfach den Airstrip Palmwag anzufliegen, Anflug über die Lodge, Landung und schon war der Shuttelbus von der Lodge bei uns.

 

Leider waren die Leute in der Lodge durch eine grosse Campergruppe leicht überfordert.

Wunderbare Tiere - Zebras, Antilopen, ...)


Seisfontain war unser nächstes Ziel. Für den Airstrip hatten wir drei verschiedene Koordinaten im Umkreis von ca. 15 Meilen. Mit Hilfe von AirNavPro, GoogleEarth und einer seit 15 Jahre aktuellen ICAO-Karte war das Finden des Aisrtsrips doch einfacher als angenommen.

 Es war mein erster wirklicher Busch-Aistrip ohne Gebäuden ohne befestigter Piste inmitten von Bäumen und Büschen. Nur drei Namibier beobachten uns aus dem Hinterhalt bei der Landung. Für das Abstellen von Mike-Papa-Lima läuft Brigitt voraus und ich fahre hinter ihr nach, zugewachsene Löcher und Gräben könnten beim Taxiing übersehen werden. Rasch angebunden an drei Bäumen, die Räder mit Dornenästen getarnt (Hyänen lieben Gummi und Kunststoff) und der Transferbus war auch schon hier. Es gab unerwartet Windhoek Draft in Seisfontain.

 

Wir wohnten in einem alten deutschen Fort, wir waren die einzigen Gäste. Am Abend wurden wir in ein Himbadorf eingeladen. Nach ca. 1 Stunde fahrt gelangten wir zu dem Dorf. Unser Fahrer sprach Himba und Englisch. In dem Dorf werden nur einige Male im Jahr Besucher eingelassen. Es war unbeschreiblich!


Twyfelfontain die Lodge in den Felsblöcken. Strausse begleiteten uns während der Landung

  • Sundowner am "Hausberg"
  • Prähistorische Felszeichnungen
  • Elefanten, Zebras, Strausse

 

 


Andersson Camp (im Westen vom Etosha Park), das Highlight der Tour, Abendpirschfahrt mit

  • Löwen
  • Nashörnern
  • und alles was es sonst noch so gibt

Abendessen direkt am Wasserloch, wir Touristen sassen im "Käfig" die Tiere waren in der Freiheit.

 

Weiter gings nach Etosha Park Ost - also einmal um die Schweiz - ins Ongava Bush Camp.

 

Wunderbare Game Drives durch den Etosha Park.


Unsere letzte Station auf diese Reise war die Waterberg-Wilderness-Lodge. Nach einem Tankstop in Tsumeb (die teuerste Landegebühren und der billigste Fuel) ging es weiter zum spannendsten Airstrip auf unserer Reise.

Nach 2.5 Wochen blauer Himmel und Sonnenschein genau über dem Waterberg nun eine riesige Gewitterzelle. Alternate 1 unbrauchbar, Alternat 2 unter Wasser. Also einen kleinen Rundflug in der Region und langsam zog das Gewitter weiter.

 

Nach einem Go-Around sind wir sicher gelandet. Die Strasse wäre besser gewesen als der Airstrip. Eine Gruppe Chinesen hat es gefreut. Mit Applaus und als  tolles Fotomotiv rollten wir zum Abstellplatz. Waren wir stolz auf uns!!!


Nashörner hautnah war der Höhepunkt hier am Waterberg und natürlich die Begenung von Brigitt mit einer Black Mamba.

 

Angst bekam sie erst nachdem sie erfahren hatte um welches Tier es sich hier gehandelt hat. Aber mit einem doppelten Amarula war die aufkommende Angst wieder rasch beseitigt.

 

Mit einem Schüttelflug nach Swakopmund - ein Kampf gegen den böigen Westwind - war dann auch unsere 1. Flugsafari zu Ende.

 

 

 


Resümee

  • Alle Schrauben (Bajonettstifte) haben gehalten
  • Am Waterberg war unsere 172iger am Limit
  • Allgemein gilt gut rechnen, alles raus was es nicht mehr braucht
  • Alle Erwartungen erfüllt - wir kommen wieder

Meine aktuelle Validation gilt bis 30.09.2015. Das heisst, die nächsten Ferien in Namibia beginnen am 25.09.2015, Checkflug, dann nach Windhoek, neue Validation holen und los geht's. Aber das ist eine andere Geschichte.